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BJ1103 Woche der Armut - Alternative Entwürfe zur Erwerbsarbeit - vorgestellt von Alexander Hagelüken (Süddeutsche Zeitung) und Tobi Rosswog (Aktivist, freier Dozent und Initiator)

Beginn Mo., 02.03.2020, 19:00 - 21:30 Uhr
Kursgebühr 0,00 € - ermäßigt: 0,00 €
Dauer 1x
Kursleitung Alexander Hagelüken
Tobi Rosswog

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland feiert Geburtstag. Seit 70 Jahren hat jeder hier lebende Mensch das Recht auf "Gleichheit", "Entfaltung der Persönlichkeit" und "Würde". Doch wer in diesem Land arm ist, befindet sich meist am Rand der Gesellschaft. Scham und Schuld kennzeichnen häufig die Lebensrealität der Betroffenen in einer Welt, die noch immer von Leistung und Kapital geprägt ist. Nicht selten sehen sich diese Menschen ihrer Chancen und Möglichkeiten auf ein freies, selbstbestimmtes und zufriedenes Leben beraubt. Im Jahr 2018 wurde der traurige Rekord einer Armutsquote von 16,8 Prozent erreicht, so steht es im Paritätischen Armutsbericht "Wer die Armen sind". Und Armut hat viele Gesichter.
Und wie sieht es in und um Bocholt aus? 2018 hat die 1. Woche der Armut "MUT zum Hinsehen" gemacht und gefragt "Was heißt denn Armut?", "Ist Armut ein Skandal oder eine Tugend" und "Ist die Würde des Menschen nicht doch antastbar?".
In diesem Jahr wird der Fokus der 2. Woche der Armut ein anderer sein. Es geht um das Thema "Arm trotz Arbeit?!" In Europa sind 10% der Arbeitnehmerschaft arm trotz Erwerbstätigkeit. Erwerbstätige Arme stehen vor wesentlich größeren Problemen als die Bevölkerung in der Gesamtheit. Probleme bei der Unterkunft, schlechtere Beziehungen, soziale Ausgrenzung, sehr viel geringeres subjektives und psychisches Wohlbefinden sind kennzeichnend für diese sogenannte "In-work poverty" (s. Erwerbstätigenarmut in der EU, www.eurofound.europa.eu/publications).
Wie können innovative und erfolgreiche Entwürfe zur Beschäftigung aussehen, die Armut verhindern und die Gesundheit schützen? Es gibt hoch spannende Antworten, Taten und Konzepte darauf:
Tobi Rosswog ist Initiator für die sozial-ökologische Transformation und setzt seine Energie und Zeit ein für einen Wandel hin zu einer Gesellschaft jenseits von Arbeit, Geld und Eigentum. Alexander Hagelüken, Leitender Redakteur der SZ für Wirtschaft, fordert in seinem Buch "Lasst uns länger arbeiten! Arbeitswelt umgestalten, Rente retten - im Alter aktiv und zufrieden sein." Dr. med. Uwe Denker, Facharzt für Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde hat in 2010 für die Region Bad Segeberg die "erste Praxis ohne Grenzen" eröffnet und damit ein Erfolgsmodell für die Versorgung mittelloser Kranke geschaffen.
Lasst uns länger arbeiten! Acht von zehn Deutschen fürchten, dass ihre Rente nicht reichen wird. Und das mit gutem Grund, denn weil wir glücklicherweise immer länger leben, wackelt das ganze System der Alterssicherung. Alexander Hagelüken, Leitender Wirtschaftsredakteur der Süddeutschen Zeitung, meldet sich mit einem provokativen Debattenbeitrag zu Wort: Wir sterben später. Wir sind länger gesund. Wir arbeiten immer weniger körperlich. Berufliche Tätigkeit hält uns geistig fit. Und - wir dürfen den Wohlstand des Landes nicht zugunsten der Alten umverteilen. Denn die wenigen jungen Menschen können die Last nicht alleine tragen. Daher plädiert er dringend für eine umfassende Rentenreform. Dazu gehört auch die Forderung: »Lasst uns länger arbeiten!« Dann reicht es für alle.
Dem gegenüber steht Tobi Rosswog: After Work
Radikale Ideen für eine Gesellschaft jenseits der Arbeit: Sinnvoll tätig sein statt sinnlos schuften. »Ein erfreulich unideologisches, dafür umso authentischeres Buch um eine Vision "für eine Gesellschaft jenseits der Arbeit".« Brigitte Kratzwald, Contraste. Jede Woche über 40 Stunden im Büro und montags schon dem Wochenende entgegenfiebern - ein erfülltes Leben sieht anders aus. Doch warum liefern wir uns einem System aus, das uns immer öfter krank macht, unsere Beziehungen belastet und darüber hinaus einen verheerenden Einfluss auf die Umwelt hat? Nach dem Motto »Sinnvoll tätig sein statt sinnlos schuften« zeigt Tobi Rosswog Wege aus dem Arbeitsblues. Ausgehend von Fragen wie »Was brauche ich wirklich?« und »Was ist mir wichtig?« stellt er Alternativen vor, vom Jobsharing bis zur Karriereverweigerung, vom Arbeiten im Kollektiv ohne Chef bis zum Grundeinkommen. Die Alternativen für eine Post-Work-Gesellschaft sind da, man muss sie nur wagen!
Diese Veranstaltung ist Teil der Woche der Armut. Sie findet in Kooperation mit der Familienbildungstätte Bocholt, der Caritas Bocholt, dem SKM und der Ewibo GmbH statt. Weitere Kooperationspartner und Unterstützer finden Sie in den zukünftigen Veröffentlichungen rund um die Woche der Armut 2020.



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Kursort

MZ Futura 1

Hindenburgstr. 5
46395 Bocholt

Kursort

MZ Futura 2

Hindenburgstr. 5
46395 Bocholt

Termine

Datum
02.03.2020
Uhrzeit
19:00 - 21:30 Uhr
Ort
Hindenburgstr. 5, Medienzentrum (Alter Bahnhof); Futura 2